Abschlussfeier für die Absolventen der Prüfung zur Kauffrau / zum Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistung (Winter 2009/10)

Erstmals fand die Abschlussfeier für die Absolventen der SpedLog-Abschlussprüfung nicht in der Aula der H14, sondern im großen Festsaal der Handwerkskammer – sozusagen gleich nebenan im Holstenwall – statt.

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Am Dienstag, den 02.02.2010 fand die Abschlussfeier für die Absolventen der Winterprüfung 2009/10 für die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Spedition- und Logistikdienstleistung erstmals im großen Saal der Handwerkskammer statt. Obwohl draußen der Winter mit einem gewaltigen Schneetreiben sich in seiner unerbittlichsten Form zeigte, war der Festsaal erstaunlich gut gefüllt. Und die Entscheidung, von der inzwischen zu kleinen Aula der H 14 auf diesen Veranstaltungsort auszuweichen, war von daher voll gerechtfertigt.

Die Feier wurde wie immer gemeinschaftlich von der H 14 als verantwortlicher Berufsschule und vom Verein Hamburger Spediteure e.V. ausgerichtet.
Der VHSp war durch Herrn Schryver als Mitglied des Vorstands, durch das Ehrenmitglied, Herrn Dezelske, und durch den stellvertretenden Geschäftsführer, Herrn Saß, vertreten. Die Feierstunde wurde musikalisch durch „Sono Giocoso“ ausgesprochen festlich eröffnet mit einer barocken Sonate von Giovanni Piatti. In der Besetzung Gerd Bellmann am Flügel und Marion Hopp an der Querflöte begleitete das Duo die Feier in gewohnt virtuoser Weise.

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HOLYMPUS DIGITAL CAMERAerr Knust-Bense begrüßte als Gastgeber und Schulleiter der H 14 die Teilnehmer/-innen der Feierstunde, zuvorderst die erfolgreichen Absolventen der Abschlussprüfung, ihre anwesenden Angehörigen und Ausbilder, die Vertreter des Vereins Hamburger Spediteure, die beiden Solisten sowie die Kolleginnen und Kollegen der Schule. Sein besonderer Glückwunsch galt den „ehemaligen Auszubildenden“, denen er seine Anerkennung zum hervorragenden Erfolg in der Abschlussprüfung aussprach.

Trotz der aktuellen konjunkturellen „Delle“ bezeichnete er die Berufsperspektiven der jungen Absolventen am Logistikstandort Hamburg als inzwischen eher wieder gut. Mit Engagement und Initiative würden sie sicher erfolgreich in die Zukunft starten können.

Abschließend wünschte er allen eine schöne Veranstaltung und übergab das Wort an Herrn Peter Dezelske vom Verein Hamburger Spediteure, den er als Ehrengast herzlich begrüßte.

Herr Peter Dezelske empfing die erfolgreichen Absolventen mit der Anrede „liebe junge Kolleginnen und Kollegen“.
In seiner engagiert vorgetragenen und mit Anekdoten aus seinem eigenen Berufsleben gewürzten Rede sprach er zunächst seinen Glückwunsch dafür aus, dass sie „diesen tollen Beruf“ gewählt hätten. Mit der erfolgreichen Abschlussprüfung hätten sie nun auch den ersten Abschnitt ihres beruflichen Lebens gemeistert. Seinen Dank widmete er für deren Anteil am Erfolg insbesondere den Lehrern und Ausbildern, ein Dank gelte aber auch den Angehörigen für ihre Geduld und Anteilnahme gerade in der Phase der Prüfung.

Mit der guten bzw. sehr guten Leistung in der Prüfung hätten die Absolventen auch iOLYMPUS DIGITAL CAMERAhren ersten Schritt in Richtung einer „Elite“ getätigt. Dabei verwies er mit einem Augenzwinkern darauf, dass „Elite“ früher einmal als „Unwort des Jahres“ gegolten habe, erst Helmut Schmidt habe den Begriff wieder hoffähig gemacht. Viele hätten sich möglicherweise die Frage gestellt: „Wie gut will ich sein?“
Wer aber die Prüfung mit 1 oder 2 ablege, der habe die Frage bereits positiv beantwortet und wolle Erfolg haben, dem gehöre sicher auch die Zukunft in diesem Gewerbe.

Dann ging Herr Dezelske auf die nächsten Stufen einer möglichen Karriereleiter für die jungen Absolventen ein, denen gerade in Hamburg besondere Möglichkeiten geboten werden. Sei es durch eine Ausbildung an der Verkehrsakademie, über den Verkehrsfachwirt oder den Betriebswirt, es gebe viele Wege, um weiter zu kommen und aufzusteigen. Dazu müsse man aber auch bereit sein, abends oder am Wochenende weiter zu lernen. Als „Krönung“ bezeichnete er es schließlich, sich vielleicht auch einmal selbständig zu machen.

Im folgenden Teil seiner Rede ging Herr Dezelske auf die Qualifikationen des Spediteurs ein. Kernaufgabe sei es ja, Waren von A nach B zu schaffen. Aber wie, da müsse man sich manchmal schon was einfallen lassen, auf die Kreativität komme es hier an. Natürlich könne man auch alles schematisch tun, doch interessanter und meist auch erfolgreicher sei es, vielseitig zu sein und eigene Lösungen zu entdecken.

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Dann rief er seinen jungen Zuhörern aufmunternd zu: „Träumen Sie auch mal!“ Und vielleicht werde ein Traum dann auch Wirklichkeit, wenn man etwas Besonderes geschafft habe. In diesem Zusammenhang erinnerte er an Martin Luther King, der durchdrungen gewesen sei von seiner Idee und damit Menschen begeistern konnte. Und auch John F. Kennedy führte er als Beispiel an, wie dieser sich auf sein Präsidentendasein vorbereitet habe. Für die Planung der Zukunft riet er in diesem Zusammenhang, sich Vorbilder zu nehmen.

Wichtig sei natürlich eine solide Ausbildung als Basis, das sei sozusagen das „Pflichtprogramm“. Aber danach solle man immer auch „kreativ spinnen“, und hiernach abwägen und handeln, das sei dann die „Kür“. Ein Spediteur sei in dieser Hinsicht ein „Zehnkämpfer“, der ganz viele Talente einbringen, und dabei immer flexibel und kreativ handeln müsse. Auch könne man sicher gerne mal auf sein Glück vertrauen, auf einer guten Basis könne vieles wachsen, aber man dürfe nicht den Fehler machen, verkrampft nach Erfolg zu streben. Dabei seien auch Charakter und Menschlichkeit besonders wichtig. Erfolg und Karriere hänge nämlich nicht nur vom Wissen ab, sondern auch von der persönlichen Haltung. Schließlich gab Herr Dezelske den Absolventen den Rat, sich Reserven zu schaffen. Man dürfe nicht immer nur am Limit arbeiten, man brauche auch Reserven, um Stress zu vermeiden. Stress nannte er den Zustand, wenn man „an der jenseitigen Grenze der eigenen Fähigkeiten arbeite“. Richtig sei es „Herausforderungen anzunehmen“, aber Stress solle man möglichst nicht zulassen. Schließlich nannte er die Tugenden, auf die es seiner Erfahrung nach am meisten ankomme: Überzeugung, Verlässlichkeit, Souveränität, Bereitschaft zur Übernahme von Zusatzaufgaben, ein gutes Verhältnis zu Mitarbeitern.
Wer das beherzige, würde auch beruflich gut voran kommen.
Zum Schluss seiner Rede fasste Herr Dezelske seine wichtigsten Botschaften noch einmal zusammen, diese vier Dinge habe er ihnen mitgeben wollen:

1. Planen Sie fachlich klar und seien Sie ehrgeizig und strebsam!

2. Erlauben Sie sich Träume!
3. Schaffen Sie sich Reserven, um souverän und ausgeglichen zu sein!

4. Herzlichen Glückwunsch!

IMG_0495Im Anschluss daran sprachen mit Sarra Horchani von der Fa. NAVIS AG und Eric Dittmann von der Fa. Transworld Shipping zwei erfolgreiche Absolventen der Europaklasse 07/80 zu den Besuchern. In ihrem kurzweilig vorgetragenen Wechsel-Dialog gratulierten sie zunächst allen Mitabsolventen. Dann dankten sie allen, die an der Ausbildung beteiligt waren und den heutigen Erfolg mit ermöglicht hätten, hier insbesondere den Lehrerinnen und Lehrern der Berufsschule und den Ausbildern in den Betrieben.
Danach gewährten sie uns – zeitweise liebevoll zurückschauend – einen Blick auf den Beginn ihrer Ausbildung. Erinnerungen an die ersten Tage des Kennenlernens wurden geweckt; die ersten Erfahrungen mit neuen Begriffen (Bill of Lading, Incoterms, Raten …) noch einmal hervorgekramt.

„Oh mein Gott, das lern ich nie!“ habe sicher der ein oder andere von ihnen damals gesagt. Man war erst am Anfang eines langen holprigen Weges. Dann habe man nach und nach das wissen und verstehen gelernt, wovon alle anderen redeten. Grundstein sei für sie das theoretische Wissen gewesen und dann habe man immer mehr Zusammenhänge zwischen Theorie und Praxis erkannt. Hier sei auch der Unterschied zwischen Allgemeiner und Beruflicher Bildung deutlich geworden. Beide ehemaligen Schüler verwiesen auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das hervorragende Engagement ihrer Lehrer. Der Unterricht sei bereichert worden mit Projekten und mit Exkursionen in die Praxis.
Ein besonderes Highlight der Ausbildung sei für sie die Studienreise nach Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam gewesen, sowohl aus fachlichen aber auch aus sozialen Gesichtspunkten.

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Sarra Horchani dankte hier ganz besonders ihren Lehrern dafür, dass sie die Möglichkeit zu dieser Reise gehabt hätten.

Für die Schüler der Europaklasse habe es mit dem Auslandspraktikum noch eine weitere Chance gegeben, andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen.
Dann erinnerte Eric Dittmann an die Zeit vor der Prüfung im letzten November: Lernen und nochmals lernen sei damals angesagt gewesen, nur noch ein Ziel habe man verfolgt. Der Count Down habe begonnen… Und dann rief er die Bilder wach von dem Ablauf jeder einzelnen Prüfung bis hin zum Sekt am Ende. Und er beschrieb das „traumhafte Gefühl, alles hinter sich zu haben“. Auch er dankte herzlich für die „tolle Schulzeit“ und für die große Unterstützung, die sie auch durch die Betriebe erfahren hätten. Man sei nicht nur als Arbeitskraft gesehen worden, sondern man habe ganz viel Aufmerksamkeit und persönliche Fürsorge während der Ausbildung bekommen. Er sprach für viele von ihnen, die glücklich seien, in einem guten Unternehmen zu arbeiten und dort ausgebildet worden zu sein.
Sarra Horchani verwies auch auf den Stolz auf das nun Geschaffte, und versprach, dass man sich natürlich nun in naher Zukunft beweisen wolle, und sein Können in der Berufswelt auf den Prüfstand stellen möchte. Dabei wolle man alle Erwartungen erfüllen und möglichst sogar übertreffen; so werde man vielleicht die Führungskraft von morgen sein.
Zum Schluss gab sie für alle Mitabsolventen der Hoffnung Ausdruck, dass jeder berufliche Tag ein guter Tag werde, sie wünschte allen viel Freude an der Arbeit, Gesundheit und Erfolg, aber in Anlehnung an Herrn Dezelske auch mal eine kreative Pause. Ihr Schlusswort war ein nochmaliger Dank an alle Beteiligten.

Im Anschluss an die Reden konnten die Zuhörer dann das melancholisch-romantische bewegt vorgetragene Opus „Sylvie“ von dem französischen Komponisten Gabriel Fauré genießen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHans Brandenburg begrüßte als zuständiger Abteilungsleiter für die Ausbildung in Spedition und Logistik und als Organisator der Veranstaltung alle Gäste und sprach den erfolgreichen Absolventen auch seine persönlichen Glückwünsche aus.

Dann folgte die Ehrung der erfolgreichen Prüflinge mit einem „sehr gut“ oder „gut“ im Prüfungsergebnis. Stefan Saß vom VHSp überreichte jedem von ihnen eine vom DSLV e.V., Bonn, gestiftete Urkunde.
Hans Brandenburg übergab den Geehrten einen Geschenkgutschein aus Spenden und Beiträgen für den Schulverein. Zusätzlich wurde allen erfolgreichen Absolventen eine Festschrift vom 50jährigen Jubiläum der H 14 ausgehändigt.

[Wir möchten uns an dieser Stelle erneut ganz herzlich für die Spenden und Beiträge der Ausbildungsbetriebe für den Schulverein bedanken und auch weiterhin um diese Unterstützung bitten.]

Absolventen mit der Note „sehr gut“

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Absolventen mit der Note „gut“

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IMG_0509Das vom VHSp gestiftete Stipendium für den erfolgreichsten Absolventen beider Prüfungen in 2010 wird erst nach der Sommerprüfung vergeben. Erster Anwärter darauf ist Torsten Anhalt (Klasse 07/80) von der Spedition Fr. Meyer’s Sohn KG, der die Winterprüfung mit dem punktbesten Ergebnis absolvierte.

Mit dem beschwingten Menuett von Johann Sebastian Bach wurde dann von den beiden Solisten ein musikalisches Intermezzo mit Anklängen an Jazz geboten. Ihren Abschluss fand die Feier schließlich mit der zeitgenössischen Filmmusik zu Howl’s Moving Castle (2004), das von dem japanischen Regisseur Hayao Miyazaki vertont wurde.

Der Umtrunk fand diesmal im repräsentativen Foyer des dritten Stockwerks der Handwerkskammer statt. Wie immer gab es dazu viele Abschiedsgespräche bei einem Glas Sekt oder O-Saft.

Eigenbericht: Erhard Pohl (stellv. SL)

Fotos: Harald Gragen (Koordinator) und Erhard Pohl

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